3 Säulen des Shiatsu Die Shiatsutherapie (wie sie an der Internationalen Shiatsu Schule Kiental (ISS) gelehrt wird) beruht auf drei Säulen: Der Meridianarbeit nach Masunaga (Zen-Shiatsu), der energetischen Arbeit mit dem Körperraum des Menschen, und der Strukturarbeit. In einer Behandlung werden diese drei Säulen je nach Bedarf miteinander verflochten und zu einer runden Behandlung zusammengefügt.

1. Meridianarbeit
In der Meridianarbeit nach Masunaga wird mit einem erweiterten Meridiansystem gearbeitet. Masunaga war ein japanischer Shiatsumeister und Psychologe. Er hat das traditionelle Meridiansystem der TCM, bei welchem die Meridiane entweder an Armen oder Beinen zu finden sind, um ein System erweitert, welches nun alle 12 Meridiane am ganzen örper behandeln lässt. Dies bedeutet, dass wir im Shiatsu sowohl die traditionellen Verläufe der TCM, die also die Akupunkturpunkte, wie auch die erweiterten Meridianverläufe in einer Behandlung je nach Bedarf mit einbeziehen können. Vereinfacht könnte man sich Meridiane als grosse Flüsse vorstellen, in denen Qi=Lebensenergie in konzentrierter Form fliesst. Durch unsere Berührung und Aufmerksamkeit bringen wir "steckengebliebenes" Qi (Blockaden) wieder in Bewegung oder bringen das Qi dahin, wo ein Mangel entstanden ist. Energie muss in Bewegung sein, um genutzt werden zu können.

2. Arbeit mit dem Körperraum
Bei der Arbeit mit dem Körperraum betrachten wir den Menschen indem wir eine Art Körperscan machen. Dabei nehmen wir wahr, wo es eng und starr ist, wo viel Raum vorhanden ist, wo es frei fliesst, wo vielleicht eine grosse Bedürftigkeit zu sehen oder wo sie vielleicht auch versteckt sein könnte. In der Shiatsusprache nennen wir dies die Arbeit mit Kyo und Jitsu. Was so viel bedeutet wie "die Arbeit mit Leere und Fülle". Wir fragen uns dabei: Wo zeigt sich eine Fülle von Qi? Wo ist Kraft? Und wo ist eine Bedürftigkeit, ein Mangel oder eine Leere spürbar? All dies lassen wir auf uns wirken ohne es zu bewerten. Es ist alles nichts anderes als Ausdruck von Lebensenergie (Qi), die sich auf unterschiedliche Weise manifestiert. Durch die Berührung gehen wir in Kontakt mit diesen Mustern. Dadurch werden die Muster stimuliert und beginnen sich so von selbst auszugleichen. Diese Arbeit lässt sich wunderbar auch bei lokalen Beschwerden wie Knie- oder Schulterschmerzen anwenden.

3. Strukturarbeit
Fehlhaltungen und Fehlstellungen des Bewegungsapparates haben einen Einfluss auf den ganzen Körper, auf die inneren Organe wie auch auf den freien Fluss von Qi. In der Strukturarbeit überprüfen wir die Körperhaltung, Fehlstellungen des Beckens, der Beine und der Wirbelsäule oder Funktionseinschränkungen von Gelenken. Durch sanfte Techniken aus der Osteopathie oder Physiotherapie können diese korrigiert und ausgeglichen werden.